Gerüstet für den Tag Tägliche Andachten

Aus Gott geboren

„die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“ (Johannes 1,13)

Nun haben wir hier nun, nach der ersten Verkündigung des Evangeliums, die erste Beschreibung der Wiedergeburt im Johannes Evangelium. Aus Gott geboren. Was heißt aus Gott geboren? Das will Johannes hier erklären, indem er uns drei Dinge nennt, die es NICHT bedeuten.

Nicht aus dem Blut... Das heißt das wir keine Verwandten im weltlichen Sinne sind. Wir sind da nicht hineingeboren, wie die Juden, sondern wir müssen alle den selben schmalen Weg gehen, und wir müssen alle durch dieselbe enge Pforte. Es nützt dir nichts, in eine christliche Familie hineingeboren zu sein, wenn du nicht von neuem geboren wirst. Ich selbst bin ein einer großen Familie groß geworden und wir sind alle in dieselbe Kinderstunde gegangen, in dieselbe Jungschar und in dieselben Jugendstunden, aber das hat überhaupt nichts zu bedeuten. Wirklich wichtig ist, wie sich unsere eigene Persönlichkeit unser eigener innerer Mensch entwickelt und welche Entscheidung wir treffen, ob für, oder gegen Jesus.

Nicht aus dem Willen des Fleisches... Letzten Endes kann man diesen Punkt sehr gut mit dem Wort "Religion" zusammenfassen. Wörtlich übersetzt bedeutet Religion "wieder verbinden", oder noch örtlicher "zurück verbinden". Dieses lateinische Wort soll letzten Endes einfach das verdeutlichen, was das oberste Ziel einer jeden Religion ist, nämlich: sich am eigenen Schopf aus dem Morast ziehen. Und die Inhalte, der meisten Weltreligionen, sind nichts anderes als Hilfe zur Selbsthilfe. Und wenn du es nicht schaffst, dann hast du eben versagt und warst zu schwach, zu dumm, zu arm, oder zu faul. Nichts was einem Menschen möglich ist zu tun, wird uns auch nur ein Müh näher an den Himmel bringen.

Nicht aus dem Willen des Mannes... Im klassischen jüdisch-christlich zentrierten Rollenbild ist es so, dass der Mann, im Sinne von Mann als Familienoberhaupt, der Mittelpunkt und die höchste Autorität in der Familie ist. Die Familie wird als kleinste Keimzelle der Gesellschaft gesehen. Eine Gesellschaft ohne Familien ist quasi keine Gesellschaft. Auch heute, wo unsere Welt nicht mehr so stark patriarchalig geprägt ist, hat diese Aussage einen großen Wert und soll uns etwas sehr wichtiges verdeutlichen. Zwar sollen in unseren Familien trotzdem die Männer das Oberhaupt sein, sie ernähren, sie beschützen und auch die Verantwortung tragen, aber darüber hinaus haben sie keine Macht. Im Judentum sah man den Willen des Mannes als ausschlaggebend für die Zeugung von Kindern. Deswegen übrigens lesen wir in Genesis 30,1 "Als aber Rahel sah, dass sie dem Jakob keine Kinder gebar, wurde sie eifersüchtig auf ihre Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder! Wenn nicht, so sterbe ich!". Jakob war also der aus dessen "Willen" Kinder entstanden. Klar hat letzten Endes Gott die Kinder erschaffen. Aber die Formulierung war durchaus üblich. Das müssen wir Väter uns immer wieder bewusst machen: wir können unseren Kindern nicht befehlen Jesus anzunehmen! Wir können es nicht für unsere Kinder entscheiden. So gern wie ich das gern hätte.

Aber wie? Wie wird man denn nun wiedergeboren? Was ist die wiedergeboren? Wiedergeburt ist Gottes souveränes Schöpfen neuen Lebens, das er dem Glaubenden aus sich selbst heraus schenkt.