Gerüstet für den Tag Tägliche Andachten

Der müde Heiland am Brunnen

„Weil nun Jesus von der Wanderung ermüdet war, setzte er sich ohne Weiteres am Brunnen nieder; es war ungefähr die sechste Stunde.“ (Johannes 4,6)

Der ewige Sohn Gottes, durch den alles geschaffen wurde, sitzt erschöpft am Brunnen. Johannes zeigt uns keinen unnahbaren Christus, sondern den Mensch gewordenen Sohn Gottes. Er wurde müde, hungrig und durstig. Er nahm unsere menschliche Natur wirklich an, aber ohne Sünde. Gerade deshalb kann er ein vollkommener Hoherpriester sein, der mit den Schwachheiten der Menschen Mitleid hat.

[Hebräer 4,15] Wir haben ja [an ihm] nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid mit unseren Schwachheiten haben könnte, sondern einen solchen, der in allen Stücken in gleicher Weise [wie wir] versucht worden ist, nur ohne Sünde .

Doch die Müdigkeit Jesu hält ihn nicht von seinem Auftrag ab. Der müde Heiland sucht keine Schonung vor Menschen, sondern eine verlorene Seele.

Der Schöpfer des Wassers sitzt durstig am Brunnen, damit er einer Sünderin das Wasser des ewigen Lebens schenken kann. So tief ging seine Erniedrigung. Er wurde arm, damit wir reich würden.

Jesus kennt Müdigkeit nicht nur aus der Ferne, sondern aus eigener Erfahrung. Und selbst als er müde war, hörte seine Liebe nicht auf. Der müde Jesus am Brunnen ist kein Zeichen seiner Schwäche, sondern seiner Gnade. Denn der, der erschöpft am Brunnen saß (um eine Sünder in zu retten), ging entschlossen bis ans Kreuz, um Sünder zu retten. Darum dürfen wir ihm vertrauen: Der Heiland, der unsere Schwachheiten kennt, wird für die Seinen niemals zu müde, um zu lieben und zu bewahren.