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Johannes 4,42

Nicht mehr um deiner Rede willen

Und zu der Frau sprachen sie: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; wir haben selbst gehört und erkannt, dass dieser wahrhaftig der Retter der Welt, der Christus ist! Johannes 4,42

Mit diesem Bekenntnis endet die Begegnung am Jakobsbrunnen. Die Bewohner von Sychar sprechen aus, was die Frau nur vorsichtig gefragt hatte: „Ist dieser nicht etwa der Christus?“. Aus der Frage wurde Gewissheit.

Wer verschiedene Bibelübersetzungen vergleicht, bemerkt einen Unterschied. Luther und Schlachter lesen „der Retter der Welt, der Christus“. Manche neuere Übersetzungen lassen „der Christus“ weg. Der Grund liegt in den Handschriften. Der Mehrheitstext, die große Masse der überlieferten Abschriften, auf die auch der Textus Receptus zurückgeht, enthält die Worte. Einige wenige, wenn auch alte Handschriften aus dem ägyptischen Raum lassen sie aus. Wir folgen dem Mehrheitstext, denn Gott hat sein Wort in der breiten Überlieferung seiner Gemeinde bewahrt.

Für das Verständnis des Verses hängt allerdings wenig an der Frage des richtigen Grundtextes. Der ganze Abschnitt lässt keinen Zweifel daran, wer Jesus ist. Er hat sich der Frau selbst als Messias offenbart: „Ich bin's, der mit dir redet“ (V. 26). Und der Titel „Retter der Welt“ sagt sogar noch mehr. Im Alten Testament spricht Gott: „Ich, ich bin der HERR, und außer mir gibt es keinen Retter“ (Jes 43,11). Wenn die Samariter Jesus als den Retter bekennen, geben sie ihm die Ehre, die allein Gott gehört. Mit oder ohne die umstrittenen Worte steht fest: Jesus ist der Christus, der Retter der Welt, und er ist Gott.

Doch der Vers hat noch eine zweite, sehr persönliche Botschaft. Die Samariter hatten zunächst geglaubt, weil die Frau ihnen von Jesus erzählt hatte (V. 39). Das war gut und richtig. Aber dabei blieb es nicht. Sie baten Jesus zu bleiben, hörten ihn zwei Tage lang selbst, und nun sagen sie: „Wir glauben nicht mehr um deiner Rede willen; wir haben selbst gehört.“ Hier liegt eine Frage an uns. Viele von uns haben den Glauben durch Menschen kennengelernt: durch gläubige Eltern, eine Sonntagsschullehrerin, einen Prediger, einen Freund. Dafür dürfen wir Gott danken. Aber ein Glaube, der nur auf diesen Menschen ruht, trägt nicht durch. Eltern sterben, Lehrer enttäuschen, Prediger fallen. Wer nur glaubt, weil andere glauben, steht auf geliehenem Grund.

Gott will, dass aus dem Glauben um der Menschen willen ein Glaube um Christi willen wird. Das geschieht nicht durch besondere Erlebnisse oder Zeichen. Bemerkenswert ist, dass Jesus in Sychar kein einziges Wunder tat. Die Samariter glaubten allein „um seines Wortes willen“ (V. 41). So spricht Christus auch heute: in seinem Wort, der Heiligen Schrift. Wer sie liest und hört, hört nicht bloß Menschen über Christus reden, sondern Christus selbst.

Die Frau hat ihre Aufgabe treu erfüllt. Sie hat nicht auf sich gezeigt, sondern gesagt: „Kommt, seht!“ Und sie durfte erleben, dass die Menschen über sie hinaus zu Jesus selbst fanden. Das ist das schönste Ziel jedes Zeugnisses. Glaubst du, weil andere es dir gesagt haben, oder hast du Jesus selbst gehört und erkannt?

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