Johannes 4,51-52
Dein Sohn lebt
Als er aber noch unterwegs war, kamen ihm seine Knechte entgegen und berichteten ihm und sprachen: Dein Sohn lebt! Nun erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber. Johannes 4,51-52
Der Mann macht sich auf den Heimweg, da sieht er Boten auf sich zukommen. Oh nein … Sie würden doch auf ihn warten, wenn sie gute Nachrichten hätten, oder? Aber jetzt kommen sie ihm entgegen. Doch dann folgt die Erleichterung: „Dein Sohn lebt!“ Genau die Worte, die Jesus gewählt hatte.
Ein Wunder zu erleben ist eine herrliche Sache, und man darf bei aller Nüchternheit und Frömmigkeit nicht vergessen, sich über so etwas zu freuen. Wenn jemand wieder gesund geworden ist, sollten wir nicht fragen: „Ach, und welches Geistes Kind ist er?“, sondern wir sollten uns freuen. Auch Jesus freute sich mit dem Hochzeitspaar aus Kana, ohne dass wir wissen, ob sie besonders gottesfürchtig waren.
Natürlich gibt es bei Heilungsgeschichten Fragen, die geklärt werden müssen, aber alles hat seine Zeit. Und dann sehen wir bei dem Vater etwas, was wir selbst nicht selten vergessen: Er hakt nach und will es genau wissen.
Und rufe mich an am Tag der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich ehren! (Ps 50,15)
Freuen wir uns nicht oft über die Gaben, stehen aber dem Geber gleichgültig gegenüber?
Unser Beamter aus der Geschichte prüft genau nach, ob er ihm überhaupt zu Dank verpflichtet ist. Denn mehr als eine schroffe Antwort und einen Trostsatz hat er von Jesus ja nicht bekommen. Achte auf die Frage des Vaters. Er will wissen, wann es mit seinem Sohn besser geworden war. Im Griechischen steht ein Ausdruck, den man für Kranke gebrauchte, bei denen es langsam aufwärtsgeht. Der Vater rechnet also mit einer allmählichen Genesung: Erst sinkt das Fieber ein wenig, dann kommt der Junge langsam zu Kräften …
Die Antwort der Knechte übertrifft seine Frage. Das Fieber verließ ihn, sagen sie. Das griechische aphēken beschreibt einen Moment, keinen Vorgang. Das Fieber ging, als hätte es einen Befehl bekommen, und das hatte es ja auch. So handelt Jesus. Sein Wort braucht keine Anlaufzeit, keine Wiederholung und keine besonderen Umstände. Was er sagt, geschieht. Er ist das Wort, durch das alles geschaffen wurde (Joh 1,3). Als Gott am Anfang sprach, entstand die Welt. Als Jesus in Kana sprach, wich in Kapernaum das Fieber, und zwar in derselben Stunde. Das hat dem Vater Gewissheit gegeben. Er musste nicht rätseln, ob es vielleicht doch Zufall war oder ob der Junge sich von selbst erholt hatte. Die Stunde war genau benannt, und sie passte genau.
Doch was folgt daraus? Was folgt aus dem Erleben von Gottes Rettung in meinem Leben? Ich weiß, ich bin gerettet, ich weiß, durch wen und wann, aber was mache ich jetzt mit dieser Information?
- Wort Jesu
- Vollmacht
- Elia