Römer 12,2
Wie können wir denn leben?
Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. Römer 12,2
In den letzten Tagen lese ich das Buch „Wie können wir denn leben?“ von Francis Schaeffer. Schaeffer beschäftigt sich darin unter anderem mit dem Zusammenhang von Religion, Philosophie und Wissenschaft beziehungsweise Technik. Dabei geht es letztlich um eine entscheidende Frage: Welches Weltbild steckt hinter dem, was Menschen glauben, denken und tun?
Beim Lesen musste ich daran denken, wie deutlich dieser Zusammenhang auch in der Bibel zu erkennen ist. Unser Denken und unser Glaube bleiben nicht folgenlos. Was wir über Gott glauben, prägt unser Verständnis vom Menschen, von der Welt und letztlich auch unser Leben.
Paulus schreibt in Römer 12,2: „Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Denken erneuern, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.". Christlicher Glaube bedeutet deshalb nicht, das Denken an der Garderobe abzugeben. Im Gegenteil: Wir sollen prüfen. Wir sollen unterscheiden. Wir sollen uns fragen, ob das, was uns unsere Umgebung als selbstverständlich präsentiert, tatsächlich mit Gottes Wille und Maßstab übereinstimmt.
Aber beim Lesen dieses Buches und beim Blick in die Vergangenheit wird noch etwas besonders klar: es reicht nicht, die Weltanschauungen unserer Zeit zu analysieren. Ich kann verstehen, wie unsere Gesellschaft denkt, und trotzdem selbst genau so leben. Ich kann die richtigen theologischen Antworten kennen und trotzdem meinen Alltag nach ganz anderen Maßstäben ausrichten.
Die Bibel fragt deshalb nicht nur nach unserem Denken, sondern nach unserem ganzen Leben. „Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen.“ (Jakobus 1,22)
Das ist für mich eine wichtige Erinnerung. Gottes Wort soll nicht lediglich meine Meinung über die Welt verändern. Es soll mein Leben verändern. Wie gehe ich mit anderen Menschen um? Wie treffe ich Entscheidungen? Was halte ich für wertvoll? Wofür verwende ich meine Zeit? Was mache ich mit meinem Geld, meinen Fähigkeiten und meiner Arbeit? Wonach richte ich mein Gewissen aus?
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: „Was glaube ich?“ sondern: „Wie lebe ich, weil ich das glaube?“
Die Antwort darauf finde ich letztlich nicht in meiner eigenen Philosophie, nicht in den wechselnden Vorstellungen der Gesellschaft und auch nicht in meinem persönlichen Gefühl. Ich finde sie in Gottes Wort und in Jesus Christus. Vielleicht ist genau das die wichtigste Frage, die wir uns heute stellen können: Wenn Jesus Christus wirklich Herr meines Lebens ist... wie kann ich dann heute leben?
- Glaube
- Denken
- Leben